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Wie können Eltern ihrem Kind helfen mit Wut umzugehen?

September 23, 2020 |
Kathi Gerth

Wut kann die geliebten Kinder in echte Teufelchen verwandeln und Eltern an den Rand des Wahnsinns treiben. Glücklicherweise können wir lernen mit Wut umzugehen, man muss nur wissen, wie! 

Wie Erwachsene mit Wut umgehen

Nehmen wir einmal an du hast deinen Partner gebeten aufzuräumen, während du euer Kind vom Kindergarten abholst. Als du nach Hause kommst, stellst du fest, dass dein Partner noch keinen Finger gerührt hat und sich deiner Ansicht nach stattdessen mit etwas sehr Trivialen beschäftigt. Du fühlst wie die Wut in dir aufsteigt und hast in diesem Moment genau zwei Möglichkeiten. Du kannst entweder wütend werden, deinen Partner anmotzen oder deiner Wut durch Tränen Ausdruck verleihen oder aber du beginnst ein rationales Gespräch mit deinem Partner und versucht deine Gefühle in Worte zu fassen. 

Dieses kleine, alltägliche Beispiel zeigt, dass du entscheidest, wie du in solch einer Situation reagierst. Natürlich hast du keinen Einfluss auf die Entstehung von negativen Emotionen, aber als Erwachsener kannst du entscheiden, wie du darauf reagierst. Es ist nicht immer einfach, aber wenn die Wut mal wieder aufsteigt, atme tief ein und aus, zähle bis drei und überlege, wie du reagieren möchtest. 

Wie Kinder mit Wut umgehen

Dein süsser Schatz hatte einen sehr harten Tag im Kindergarten! Vielleicht wurde über eine seiner Ideen gelacht, die Bastelei ist nicht so geworden, wie dein Kind sich das vorgestellt hat oder es ist einfach mal der Wurm drin. Zuhause angekommen gibt es dann auch noch das ‘falsche’ Mittagessen und die Wut ist vorprogrammiert. 

Im Gegensatz zu einem Erwachsenen kann ein Kind in dieser oder einer ähnlichen Situation keine rationalen Maßnahmen ergreifen, um mit Wut umzugehen. Das Kind erlebt Gefühle mit sich selbst, spontan und äußerst ausdrucksstark. Ihm fehlt noch die Fähigkeit zu analysieren, was zu tun ist, um anständig mit der Wut umzugehen. Kinder können weder die Schwere des Problems einschätzen, noch die Art und Weise kontrollieren, wie Emotionen ausgedrückt werden. 

Emotionen zulassen

Es kommt oft vor, dass Eltern Emotionen herunterspielen, da sie die Schwere eines Problems als Erwachsener besser einschätzen können. Es ist jedoch selten hilfreich für das Kind Sätze wie ‘Sei nicht böse’, ‘Ärgere dich nicht’ oder ‘Reg’ dich nicht so auf’ zu hören. Denn dies gibt dem Kind nicht nur das Gefühl, dass wir das Kind und seine Gefühle nicht ernst nehmen, sondern kann auch vermitteln, dass negative Gefühle wie z.B. Wut, falsch sind.

Schlimmer noch, solch ein Verhalten könnte zu künftiger emotionaler Unterdrückung führen - und nicht so, wie es sich ein Elternteil wünscht. Unterdrückte Emotionen sind Emotionen, die später Probleme mit sich bringen können.

Reflektiere, wie du deine Gefühle ausdrückst

Bevor Eltern von ihrem Kind erwarten, dass es seine Gefühle ausdrücklich artikulieren und seinen Ärger kontrollieren kann, sollten Eltern überprüfen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken. Ist man selber dazu in der Lage auszudrücken, was man fühlt, wenn man verärgert ist, weil jemand z.B. versehentlich den Lieblingsbecher zerbrochen hat? Gehe mit gutem Beispiel voran und zeige, wie man seine Gefühle kommunizieren kann. 

Denke daran, dass du ein Vorbild bist

Dein Kind lernt deine Verhaltensmuster - sowohl positiv als auch negativ. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Kontrolle des emotionalen Ausdrucks bei dir selbst beginnen muss. Wenn du schreist, Dinge umher wirfst, wenn du wütend bist oder mit den Türen knallst, wird dein Kind dieses Verhalten höchstwahrscheinlich als normalen Ausdruck von Wut sehen. 

Zum Glück funktioniert das auch umgekehrt. Wenn ein Kind einen Elternteil beobachtet, der seine Gefühle deutlich macht und versucht, in schwierigen Zeiten positiv zu sein, möchte es auch diesem Muster folgen. 

Hör’ gut zu

Oftmals ist es sehr hilfreich ein wenig zu warten bis der größte Ärger vergangen ist und dann in aller Ruhe mit dem Kind zu sprechen. Ermutige dein Kind, dir die Gründe für seinen Ärger mitzuteilen und höre deinem Kind zu, um zu verstehen und nachvollziehen zu können, was es warum fühlt. Ihr könnt auch versuchen, Gefühle gemeinsam zu zeichnen, zu malen und ihnen verschiedene Farben und Formen zu geben!

Hilf' deinem Kind seine Gefühle zu formulieren 

Es kommt oft vor, dass ein Kind den Grund für seinen Ärger nicht in Worte fassen kann. Wenn ein Kind die Gefühle, die ihn quälen, nicht verbal ausdrücken kann, kann dies zu Aggressionen führen. Versucht gemeinsam den Ursprung eines bestimmten Gefühls zu finden, benennt den Ursprung und besprecht, wie man alternativ beim nächsten Mal reagieren könnte. Nimm dein Kind ernst und sprich sachlich und verständnisvoll über seine Gefühle. 

Foto des Autors
Kathi Gerth
Content Manager
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