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Vier Gefühle, die Eltern sich nicht gerne eingestehen

Oktober 13, 2020 |
Kathi Gerth

Eltern zu sein bedeutet nicht nur Freude, Stolz und gute Stimmung, sondern bringt oftmals ein Wechselbad der Gefühle mit sich und somit vielleicht auch nicht so schöne Gefühle. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass jede Emotion uns für etwas dient und uns etwas erzählt. 

Wut 

Eltern, die sagen, dass sie durch Wut nie die Kontrolle über sich selbst verloren haben, sind höchstwahrscheinlich nicht ganz ehrlich zu sich selbst. Wut ist ein starkes Gefühl und nicht immer leicht zu verstehen. Jeder wird auf seine ganz eigene Art und Weise wütend. Der eine still und leise, der andere laut und tobend. Und obwohl Wut ein ganz normales Gefühl ist, fällt es Eltern oft schwer einen Wutausbruch ihrerseits zuzugeben, denn jede Wut zieht so gut wie immer weitere Gefühle wie Reue, Scham oder Versagen mit sich. 

„Mein Kind hat mich sauer gemacht und ich bin wütend geworden. Aber dann kam die Reue. Ich bin die schlimmste Mutter der Welt, wie konnte ich mich so verhalten!" In den Köpfen der Eltern wird Wut oft mit Versagen gleichgesetzt, aber es ist wichtig Wut als ein Gefühl anzuerkennen und sich deswegen nicht automatisch schlecht zu fühlen. 

Jeder sollte sich bewusst sein, dass Wut ganz normal ist und es niemanden gibt, der dieses Gefühl nicht kennt. Und Wut macht uns nicht zu schlechten Eltern! Es ist außerdem wichtig, dass wir versuchen zu verstehen woher die Wut kommt. Was verursacht dieses Gefühl? Vielleicht können wir den Auslöser für die Wut beseitigen oder versuchen gelassener zu werden oder lernen Dinge, die bei uns Wut auslösen, anzusprechen. 

Nimm dir die Zeit dich selbst zu beobachten und herauszufinden, was dich wütend macht und versuche dies in Worte zu fassen und zu kommunizieren. Außerdem kann Stress oder Müdigkeit dazu führen, dass wir schneller wütend werden - versuche also immer mal wieder ein bisschen Entspannung in deinen Alltag einzubauen und bewusst mal durchzuatmen. 

Schamgefühl

Wie bereits erwähnt, ist Scham oft ein Folgegefühl von Wut. Wir schämen uns für unsere Wutanfälle und vor allem für unsere Fehler. Frisch gebackene Eltern streben oft danach perfekt zu sein und wollen alles richtig machen. Und sie gehen davon aus, dass ihnen dies auf jeden Fall gelingen wird, denn Eltern lieben ihr Kind ja über alles. Nach und nach wird ihnen allerdings bewusst, dass niemand perfekt ist und dass es nicht moglich ist keine Fehler zu begehen und stets bester Laune zu sein. 

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein

Wir alle wollen die besten Eltern sein und wenn uns dies nicht gelingt, werden wir wütend, ärgern uns über uns selbst oder zweifeln an uns. Warum habe ich so reagiert? Wo mache ich etwas falsch? Wie konnte ich das zulassen? An dem einen Tag kriegen wir alles hin und am nächsten Tag haben wir das Gefühl, dass nichts mehr läuft und wir nicht gut genug sind. 

Entmutigung 

Und schließlich das letzte Gefühl, das am elterlichen Selbstwertgefühl nagen kann. Einige Eltern haben manchmal einfach die Nase voll; sie fühlen sich entmutigt. Sie sind irritiert von ihrem eigenen Kind, ihrem Zuhause und ihrem Alltag.

Bei all diesen genannten Gefühlen ist es sehr wichtig, sich daran zu erinnern, dass diese Gefühle völlig menschlich sind. Das bedeutet nicht, dass wir die Gefühle einfach so hinnehmen sollten, wenn sie aufkommen, denn es ist gut, die Umstände ihrer Entstehung und die Faktoren, die sie beeinflussen, zu betrachten und dann an diesen Faktoren zu arbeiten. 

Aber es ist vor allem wichtig, dass Eltern nicht so hart mit sich sind und trotz allem die Erziehung und Zeit mit ihrem Kind noch geniessen können und vielleicht hier und da lernen ein bisschen gelassener zu werden. Und vor allem ist es wichtig, dass wir die Balance behalten - als Eltern, als Partner und als Mensch. 

Foto des Autors
Kathi Gerth
Content Manager
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